Die Art und Weise, wie mein Hund Barolo sein Futter zu sich nimmt, ist philosophisch wertvoll. Er frisst zuerst das Gute, dann den Rest: Wenn er zum Beispiel Trockenfutter bekommt, in das eine ordentliche Portion Frischfleisch hineingemengt wurde, fällt der Hund über das Frischfleisch her und lässt das Trockenfutter übrig. Mit hochgezogenen Lippen und erstaunlicher Finesse stochert er die Leckerbissen aus dem Napf, den Rest lässt er stehen.
Er lässt den Rest natürlich nicht wirklich stehen, er wartet nur, bis ich den Napf gesehen habe, der unaufgeräumt an seinem Platz steht. Daneben der Barolo, der vorwurfsvoll die ewige Frage stellt: Ist der Napf jetzt halb voll, Alter, oder ist er halb leer?
Wenn es nach dem Hund ginge, wäre der Napf natürlich als halb leer zu betrachten, weil er schließlich Besseres verdient hat als die klumpige Sättigungsbeilage. Die richtige Antwort lautet freilich: Der Napf ist ganz leer, denn der Barolo hat inzwischen auch den Rest aufgefressen, es wäre wegen der Sättigungsbeilage.
Sein stiller Protest zielte übrigens nicht auf die Hunde-Brekkies. Der Barolo will mehr. Er kämpft grundsätzlich gegen das Schlechtere. Von der Wurst frisst er zuerst die Mitte, dann die Haut. Von der Wurstsemmel zuerst die Wurst, dann die Haut, dann die Semmel. Vom Fiakergulasch zuerst das Fleisch, dann die Wurst, dann die Haut, dann den Saft, dann das Ei, dann das Gurkerl. Der Hund handelt in Kenntnis einer tiefen, anbetungswürdigen Wahrheit: Wenn es zwischendurch aus ist, dann hab ich wenigstens das Beste nicht versäumt.
Wenn es nach dem Hund ginge, wäre der Napf natürlich als halb leer zu betrachten, weil er schließlich Besseres verdient hat als die klumpige Sättigungsbeilage. Die richtige Antwort lautet freilich: Der Napf ist ganz leer, denn der Barolo hat inzwischen auch den Rest aufgefressen, es wäre wegen der Sättigungsbeilage.
Sein stiller Protest zielte übrigens nicht auf die Hunde-Brekkies. Der Barolo will mehr. Er kämpft grundsätzlich gegen das Schlechtere. Von der Wurst frisst er zuerst die Mitte, dann die Haut. Von der Wurstsemmel zuerst die Wurst, dann die Haut, dann die Semmel. Vom Fiakergulasch zuerst das Fleisch, dann die Wurst, dann die Haut, dann den Saft, dann das Ei, dann das Gurkerl. Der Hund handelt in Kenntnis einer tiefen, anbetungswürdigen Wahrheit: Wenn es zwischendurch aus ist, dann hab ich wenigstens das Beste nicht versäumt.
