Mein Hund Barolo und ich gingen nach einem ausgiebigen Abendessen zufrieden durch die Wiener Innenstadt nach Hause, und weil uns der Heimweg vorbei am ehemaligen Bahnhof „Wien Mitte" führt, wo inzwischen nur noch das Skelett des Terminals der Flughafenbahn steht und der Aufzug, der die Fahrgäste vom Erdgeschoss hinunter in die Schächte der U- und S-Bahn transportiert, begegneten wir zum ersten Mal einer eindrucksvollen Population von Nachtschwärmern, die sich um die gewaltige Baugrube von „Wien Mitte" tummelt. Grau, fett, jeder einzelne so groß wie der Turnschuh eines amerikanischen Basketballers: unzählige Ratten huschten durch die Containersiedlung, in der tagsüber Zeitungen und Blumen, Fahrkarten und kleine Imbisse verkauft werden.
Mein Hund stellte die Nackenhaare auf. Was waren das bloß für Zeitgenossen? Katzen? Nein. Eichhörnchen? So ähnlich, aber etwas fehlte. Der Hund wollte sich persönlich ein Bild verschaffen, und weil er schon ein wenig kurzsichtig ist, bedurfte es der Nahaufnahme: die Ratten ließen sich nicht stören. Erst als der Barolo auf Zuschnappnähe herankam, verdrückten sie sich widerwillig ins Dunkle, missmutig wie die Tauben, die sich beim Fressen auf der Straße nur von akuter Lebensgefahr ablenken lassen.
Ich war bestürzt. Ratten, so viele Ratten, mitten in der Stadt? Sind die nur provisorisch hier, weil sie die Baustelle ihrer natürlichen Behausung beraubt hat? Oder nutzen sie die Gunst der Stunde, indem sie die üppigen Reste der Containerstadt abgrasen und groß und fett werden? Woher kommen sie? Wohin gehen sie? Wo sind sie tagsüber? Barolo an „Wien Mitte": Klärt mich auf!
Ich war bestürzt. Ratten, so viele Ratten, mitten in der Stadt? Sind die nur provisorisch hier, weil sie die Baustelle ihrer natürlichen Behausung beraubt hat? Oder nutzen sie die Gunst der Stunde, indem sie die üppigen Reste der Containerstadt abgrasen und groß und fett werden? Woher kommen sie? Wohin gehen sie? Wo sind sie tagsüber? Barolo an „Wien Mitte": Klärt mich auf!
