Schlechte Aussichten für den Sommer

Ich sitze mit meinem Hund Barolo im Schatten. Gemeinsam denken wir darüber nach, wie wir in diesem Sommer die Hitze besiegen wollen. Es ist übernatürlich: Sobald ich auch nur das Wort „Sommer" laut ausspreche, beginnt der schwarze Hund zu hecheln, als hätte ich ihn in der Mittagshitze auf den Erzberg gejagt. 

Das lässt sich zwar ganz leicht korrigieren, indem ich beschwörend „Noovemmber, Noovemmber" sage oder einen Eiswürfel aus dem Kühlschrank pflücke, den der Barolo klackernd in seinen Gin Tonic fallen lässt. Aber das Problem haben wir damit nicht gelöst: Wie soll ein Hund, der gewerbsmäßig einen dicken Pelzmantel trägt, aber gleichzeitig die Hitze verabscheut, auf die Bedrohungen des stahlblauen Himmels reagieren? Leider ist das portable Sprinklersystem für Gebrauchshunde noch nicht erfunden, das als Begleitmaßnahme natürlich einen Geruchsneutralisator bräuchte, aber vielleicht - ich mustere zuerst den Hund, dann wandert mein Blick hinüber zu meinem neuen Bartschneider, den ich gerade eingeweiht habe...
„Nein", sagt der Barolo. „Nein."
Er trinkt hastig seinen Gin Tonic aus. Dann bekommt sein Blick etwas Metaphysisches. Er starrt auf den wolkenlosen Himmel. Die Pupillen meines Hundes verengen sich, sein Gesicht nimmt einen indianischen Ausdruck an. Auf dem Himmel ziehen zarte Dunstschleier auf, die sich rasch zu einer Faust aus Wolken zusammenballen. Schon beginnt es zu tröpfeln. Mich fröstelt.
„So machen wir das", sagt Medizinmann Barolo. Wenn dieser Sommer nichts wird: Er wars. Ich habe damit nichts zu tun.

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