Mitzi, der Bullterrier

Kolumnen
Das Telefon läutete am Freitag zu Mittag, es meldete sich ein guter Bekannter aus der Humorproduktion, er wollte wissen, „wie beschissen es wirklich ist, einen Hund zu haben, aber sei ehrlich." „Wieso beschissen?" fragte ich langweilig zurück, er aber drängte, „komm, raus mit der Sprache, was ist der Knackpunkt? Wann wünscht du dein Vieh zum Teufel?"

Naja", sagte ich zögernd, weil ich nicht wusste, worauf er hinauswollte. „Es gibt natürlich Einfacheres, als zum Beispiel einen begeisterten Nachbarn zu finden, der den Hund in Pflege nimmt, wenn ich für vier Wochen nach Marokko will."
Gleichzeitig rekapitulierte ich ein paar Momente aus den vergangenen Wochen, als mein Hund Barolo mit flehentlich-begeistertem Schreien eine Sitzung gesprengt hatte, zu der ich zu spät gekommen war und die für zehn Minuten unterbrochen werden musste, weil man vor lauter Hundegeheul sein eigenes Wort nicht verstand. Oder die Party für den isländischen Schriftsteller, wo der Hund jeden Neuankömmling so stürmisch begrüßte, dass die eben in Schwung gekommene Unterhaltung abrupt beendet und von vorne begonnen werden musste. „Vielleicht nicht zum Teufel", antwortete ich also pauschal und summarisch. „Nur in den Kofferraum vom Auto, und das Auto weit weg."
„Klingt ja halb so gefährlich", sagte mein Bekannter, und spätestens jetzt wusste ich, wohin der Umweg des Telefonats führen würde, es wäre gar nicht nötig gewesen, dass er von seiner hundsschwangeren Lebensgefährtin erzählte, weil offen waren nur noch Detailfragen: „Rasse?"
„Bullterrier." „Name?" „Mitzi." „Und? Süss?" „Leg auf. Ich schick dir ein Foto aufs Handy."

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