Mein Hund Barolo hat Hunger. Schon beim Frühstück hat er einen derartigen Appetit, als hätte er die ganze Nacht über dem gleichnamigen Klassiker von Knut Hamsun verbracht, dessen eiskalte Sätze niemanden unberührt lassen: „Wohin sollte ich gehen? (...) Der Hunger stellte sich wieder ein, nagte mir in der Brust, zerrte, versetzte mir kleine feine Stiche, die mich schmerzten."
Der Barolo, dem die kleinen, feinen Stiche ins Gesicht geschrieben stehen, entscheidet sich dafür, mir bei der Zubereitung des Frühstücks zuzusehen. Er kommt dafür sehr nahe, weil er ja ein bisschen kurzsichtig ist. Der Blick aus seinen samtigen, braunen Augen ruht auf meinen Händen, die gerade Lebensmittel auspacken.
Leider mache ich mir kein Ham and Eggs mit Schinken und Ei, sondern schneide Obst für ein Müsli. Der Barolo nimmt mit geblähten Backen Witterung auf.
„Du magst keinen Apfel", sage ich und halte dem Hund ein Apfelstückchen hin, damit er sich kraft seiner Nase, in der bekanntlich das Herz des Hundes sitzt, von der altbekannten Tatsache überzeugt, dass ein Hund kein Obst frisst.
Der Barolo nimmt das Apfelstückchen vorsichtig und frisst es. Dann schaut er mich traurig an. Es nagt noch immer in der Brust.
Ich gebe ihm ein Stück Mandarine. Danke, sagt der Barolo und schluckt es hinunter. Ananas? Ja, bitte. Getrocknete Marille? Gern.
Wir frühstücken miteinander. Der Barolo nimmt zweimal von den Haferflocken mit Joghurt, spachtelt die Hälfte meines Obsts und trinkt eine Tasse Tee.
Aber der Hunger ist größer als die Freude über ein schönes Frühstück. Als ich nach dem Frühstück aufstehe, um mich an die Arbeit zu machen, steht der Barolo schon neben seinem leeren Napf: „Und ich?"

"Leider mache ich mit kein Ham and Eggs mit Schinken und Ei.."
.... ich wusste nicht, dass man Ham and Eggs auch ohne Schinken und Ei machen kann. Diese Zeile hat mir Samstag morgens Freude bereitet.
Danke dafür.