Hundelieder

Kolumnen / Kurier Freizeit
Zuerst die schöne, traurige Hundenummer Nummer 1: Sie stammt von „The Be Good Tanyas", einer Mädchenband aus Vancouver, die eine reinsortige, unverhätschelte Countrymusik macht, dem Banjo und der Fiedel die Ehre erweisen und zwischendurch so blaue und gänsehautmäßige Gesangsarrangements abliefern, dass sich die alten Branchenleader von „The Roches" schön warm anziehen müssen. Der Song der Tanyas heißt „Dogsong aka sleep Dog Lullaby", und er ist natürlich eine Liebesgeschichte. Tagsüber träumt die Sängerin, erzählt sie uns, nachts friert sie, und während die Sterne scheinen, werden die Hunde alt. Schnüff.

Ganz anders die Hundenummer des alten Popkönigs Iggy Pop. Er lässt neuerdings im Rhythmus einer betrunkenen Dixieland-Kapelle seinen „King of the Dogs", den Hundekönig aufmarschieren (Video auf der Website) und wünscht sich emphatisch dessen Leben - ein Wunsch, den ich als Lebensgefährte meines adeligen Hundes „Barolo von der Tannenmühle" natürlich herzlich nachempfinden kann.
Doch kann der vergnügte Song nur kurz davon ablenken, dass auch der wilde Iggy, der auf seinem neuen Album „Préliminaires" einen erstaunlichen Abstecher in das Genre des gehobenen Chansons absolviert, eigentlich eine herzvolle Hundegeschichte erzählen möchte. Der Song „A Machine For Loving" berichtet von den letzten Atemzügen, die Iggys Gefährte „Fox" tut, und wie er den alten Hund, der kaum noch gehen konnte, in seiner Seele lebendig hält und weiter liebt. Iggy nennt das ganz zu Recht eine „Hommage an die Liebe".

1 Comment

Ja, so war das. Zuletzt konnte er auch nicht mehr so gut gehen, mein Alter, von Stiegensteigen ganz zu schweigen. Ich habe ihn getragen, und er mich ain Stück weit durch eine schwere Zeit, sogar dafür gebührt ihm Dank. Und dann lag er vor der Tierärztin, meiner Mutter, meiner Freundin und mir tot am Teppich im Vorzimmer. Mein Strietzel.

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