Kurz bevor mein Wecker läutet, beginnt er hecheln. Normalerweise hechelt mein Wecker eigentlich nicht, und er riecht auch nicht so komisch, so intensiv und würzig und ein bisschen ekelhaft wie mein...wie mein...Barolo! Was tust du Hundsvieh in meinem Schlafzimmer?
„Du sollst aufstehen", sagt der Barolo. „Wir wollen spazieren gehen."
Ich taste nach meiner Brille, setze sie nach bester Groucho-Marx-Manier auf und finde meinen Verdacht bestätigt: es ist früh. Es ist sehr früh. Es ist noch nicht einmal sechs und mein Hund Barolo will spazieren gehen. Was mache ich also, wenn der Hund spazieren gehen will? Ich gehe spazieren, was sonst.
Prater, Lusthaus. Kein Auto. Kein Eierkopf aus der nahen Freudenau, der ausreitet („Eierkopf" bezieht sich selbstverständlich auf die beim Ausritt gebräuchliche Kopfbedeckung). Nicht einmal ein Jogger, doch, aber der hat das Lusthaus schon umrundet und schnürt zurück Richtung Riesenrad, er wird mich mit seinem körperengen rosa T-Shirt nicht mehr ärgern. Es ist frisch, aber die Sonne ist schon da, sie zeichnet das Grün der Kastanienallee warm und freundlich, und als wir in den Wald abbiegen, ein Konzert der Vögel, ein Huschen der Sonnenstrahlen auf dem Waldboden, dass dir das Herz aufgeht, und der Barolo bester Laune, die Morgenfrische aus den Nüstern blasend wie ein Drache. Könnte ein Tag besser beginnen, als während dieser Stunde im Prater?
Nachher habe ich mit bestem Gewissen den Barolo ins Vorzimmer gesperrt und noch zwei Stunden geschlafen.

Ihre Kolumne Frühmorgens mit Barolo war so erfrischend, dass ich mich fast mental in den Prater versetzt habe, mit meinen beiden Hunden. Ja frühmorgens ist es am schönsten in der Natur.
Viel Freude mit Barolo wünscht Riki und ihre beiden Schapendoes Mädels Xirtaki und Contessa.