Freiheit für Peters Platzl

Kolumnen / Kurier Freizeit
Der Prater, eine Schicksalslandschaft. Mein Hund Barolo und ich erobern uns täglich ein Stück dazu, zuletzt auf der Golfplatzrunde hinter dem Lusthaus, wo es dann als Extra Bonus hinaus zum Wiener Hafen ging, den wir beherzt hinter uns ließen und auf den Donaukanalspitz zumarschierten, links der Hafen mit seinen Containerlandschaften, rechts der Donaukanal, an dessen Böschung die wunderbaren Sommerfrische-Häuser mit ihren großen Netzen sitzen, die uns nicht verraten wollen, in welcher Zeit wir uns gerade befinden, und nur die Bierkisten mit dem renovierten Ottakringer-Logo geben Auskunft darüber, dass mein Hund und ich im Hier und Jetzt spazieren gehen und nicht zur Zeit, als „Der dritte Mann" gedreht wurde.

Die Zeitlosigkeit ist eine der Stärken des Praters. Seine Landschaften, seine Mikroklimata sind weder altmodisch noch modern. Sie sind, wie sie sind, und das reicht, um alle zu magnetisieren, die smarten Jogger, die beim Rennen über die Tücken der Finanzwelt sinnieren, genauso wie die alten Hauptalleehatscher mit ihren Nordic-Walking-Stecken. Ein Gedanke eint alle: hier ist alles richtig. Warum etwas verändern?
Warum zum Beispiel „Peters Platzl", gegründet 1924 an der Endstation des Einser-Wagens, abreißen, neu bauen und so teuer werden lassen, dass sich Peter die Miete nicht mehr leisten kann? Mein Hund, frequenter Gast am charmanten, urwienerischen Ort, protestiert innig, denkt an Peters Extrawurstsemmeln und ruft zur Solidarität mit Peter auf. Ich habe Barolos Unterschriftenliste hiermit unterzeichnet. 

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