Mein Hund Barolo erholte sich von der plötzlichen Erkrankung seines Innenlebens schneller, als jede Prognose das vorgesehen hätte. Knapp, nachdem ich ihm angespannt dabei zugesehen hatte, wie er einen Fingerhut Wasser zu sich nahm - wird er ihn behalten? Ist der Fingerhut zu viel für ihn? -, teilte mir der Hund auf allen Kanälen mit, dass ihn nur noch eine Sache quäle - Hunger.
Hunger, bevor ich die kleinen Recovery-Food-Tässchen öffne, Hunger, nachdem ihr Inhalt auf beängstigend schnelle Weise verschwunden ist. Hunger, nachdem das gut gemeinte Schälchen Reis-mit-Huhn blitzblank gereinigt wurde, und wilde Entschlossenheit, sobald wir einen Raum betreten, in dem zufällig eine gut gefüllte Schüssel mit kleinen, braunen Trockenfutter-Perlen steht.
Ihr hättet die Augen der Menschen sehen sollen, die uns dabei zusahen, wie das völlig ausgehungerte Tier bei den Feierlichkeiten zum Geburtstag meines Freundes Luke über jedes bisschen Nahrung herfiel und ich unter Aufbietung aller Kräfte versuchte, es daran zu hindern, dabei den Hund beschimpfte und den Zuschauern erklärende Wortfetzen hinwarf, „muss Diät halten", „darf nichts essen, sonst stirbt er".
Ihr könnt Euch vorstellen, wer von uns die besseren Karten für die Party am Abend hatte, den der Hund an meiner kurzen Leine verbrachte. Das half freilich diättechnisch nichts, weil sich binnen kürzester Zeit ein Geheimbund konstituierte, dessen Ziel darin bestand, meinen Hund hinter meinem Rücken mit Leckerbissen zu versorgen.
So hatten wir beide eine gute Zeit. Ich merkte nichts, und der Barolo wurde endlich satt.
