Mein Hund legt mich rein, so wie ich ihn

Kolumnen / Kurier Freizeit
Meinen Hund Barolo verlangt es morgens nach Getränken. Er bellt dann, und ich erwache. Ihr müsst wissen, dass der Barolo ein eigenes Schlafzimmer hat, das nicht identisch ist mit dem Vorzimmer, jenem Raum, in dem ein Schutzhund traditionellerweise seinen Platz hat. 

Mein Hund Barolo hat sich das eigene Zimmer hart erarbeitet, indem er jeden Morgen den Besuch des Zeitungsausträgers mit lautem, wütendem Gebell quittierte, so dass ich einerseits wusste, dass die Zeitung da war, andererseits aber auch, dass es noch nicht fünf Uhr geschlagen hatte. Ich bereitete dem Barolo also sein Lager in einem Zimmer, das durch eine geschlossene Tür von den Geräuschen des Vorzimmers, zum Beispiel dem Fallen einer voluminösen Zeitung auf den Fußabstreifer, getrennt ist. Das klappte solange, bis der Barolo beschloss, mit dem Eintreffen der ersten Sonnenstrahlen Durst zu bekommen (bei Regen schläft er anstandslos, bis ich ihn wecke). Er bellt dann, und ich erwache.
Seither nehme ich volles Risiko: lasse den Hund im Vorzimmer schlafen, gleich neben dem Wassernapf, und spekuliere darauf, dass er sich vom Zeitungsmann nicht stören lässt, weil er nämlich schon ein bissel schlecht hört. Klappt.
Umgekehrt hatscht mein Hund müde neben mir in den Stadtpark, bis sich plötzlich sein Körper strafft. Er scharwenzelt mit einem Königspudel herum, und als ich das nächste Mal schaue, sehe ich ihn nicht mehr, weil er liegt bis zur Nase im Wasser seines Lieblingsbrunnens und lacht sich schief, dass ich auf seinen Alter-müder-Hund-Schmäh reingefallen bin. Eins zu eins.

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