Die kahle Stelle

Kolumnen / Kurier Freizeit
Als ich zuletzt in der Früh meinen Hund Barolo begrüßen wollte, lag dieser in der Küche. Das ist nicht außergewöhnlich, er verbringt den letzten Teil seiner Nachtruhe immer dort, wo er mir, während ich Tee mache, die Kniekehle abschlecken kann, ich quietsche dann pflichtschuldig, und der Barolo lacht sich tot, kriegt einen Keks, und der Tag ist auf einem guten Weg. So machen wir das.

Aber zuletzt vermisste ich den Kuss in die Kniekehle. Weil der Hund blieb nämlich liegen, und nicht einmal, als ich ihm auch ohne Gegenleistung den Keks geben wollte, erhob er sich. Als ich mich umdrehte und das Tier etwas aufmerksamer betrachtete, fiel mir auf, dass seine Unterarme nackt waren - nicht nackt wie die Unterarme jedes Hundes, liebe Besserwisser, sondern nackt wie die eines gerupften Hendls: der Hund hatte in der Nacht den Bewuchs der Vorderpfoten abgeäst, und weil ich weiß, dass das landläufig als Zeichen für eine animalische Depression gedeutet wird, legte ich mich zum Barolo unter den Küchentisch und fragte ihn tröstend: „Bist du traurig, Süßer?" 
Der Hund aber drehte langsam seinen Kopf zu mir, blickte mir tief in die Augen und sprach: „Nein, Alter, warum sollte ich traurig sein? Mir ist bloß furchtbar schlecht." Und zum Beweis, dass ihm wirklich schlecht war, spieb er mich an.
Wir gingen, nachdem ich die Morgendusche wiederholt hatte, spazieren, und der Barolo fraß eine Menge Gras und Efeu, und dann war wieder alles gut, bis auf den Umstand, dass ich abends in der Dunkelheit natürlich ins Gewölle stieg, das der Barolo wieder von sich gegeben hatte. Dann legten wir uns beide nieder, um die Haare wachsen zu lassen.

1 Comment

Das hatte meine Hündin auch einmal, kahlgefressene Stellen an den Schienbeinen. Es war aber keine Depression sondern Juckreiz.Die Laborwerte ergaben nichts, aber Beta-iso-ton ( wer weiss wie man das schreibt?) und dann Vulnoplant, eine hervorragende Salbe gegen Hautirritationen und Wunden hat gut geholfen. Beim Speiben meiner Hündin habe ich mir anfangs immer Sorgen um sie gemacht, später war das schon eher nur mehr eine Routinesache, das Wegputzen . Da ich auch einen Kater habe ist das Speiben sowieso schon Normalität. Was so manche Besucher zum Beispiel nicht verstehen, die sagen dann , dass ein Hund nicht in die Wohnung gehört, aber was sie nicht wissen ist, was sie als Hundlose oder KAtzenlose an Lebensfreude versäumen . Naja, wenn zum Speiben auch ein Kreislaufkollaps kommt, dann ab zum Tierarzt.
Beim Schmutz darf man nicht heikel sein, wenn man einen Hund hat. Heute war ich mit Maya am Laaerberg spazieren, und wie immer hat sie sich ausgiebig im Gras gewutzelt. Was bei der derzeitigen Wetterlage heisst, dass sie aussah wie ein Wildschwein, das sich im Gatsch gesuhlt hat.Wenns gut tut....?! Bedeutet für mich nicht mehr und nicht weniger als einmal mehr die Hundebürste anzuwenden und den Staubsauger . Apropos Staubsauger: Wenn ich Staub sauge, gebärdet sich MAya total ausgeflippt. Dann will sie mit dem dröhnenden Gerät raufen ; glaubt sie etwa, das sei ein verwunschener Hund?
Aber jetzt bin ich vom Thema abgekommen.
Barolo !! Ich wünsche dir, dass es dir wieder gut geht ! Lass von dir hören bzw lesen.

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