Die Ballade vom grünen Pansen

Kolumnen / Kurier Freizeit
Mir fiel erst auf, dass mein Hund Barolo ausgerechnet heute das Futter mit „ganz viel grünem Pansen" zu sich genommen hatte, als er nach der Mahlzeit den traditionellen Weg zu mir unternahm, um mir aus der Tiefe seines Rachens „Danke" entgegenzuhauchen. Meine Antwort fiel aus. Ich kippte um.
Ich erwachte, weil mich Don Pietro an der Schulter zupfte.
„Komm", sagte er. „Wir werden erwartet."

Mamma mia! Wir mussten ja direkt in ein Gespräch von einiger Tragweite, an dem Entscheidungsträger und Honoratioren teilnehmen würde, Don Pietro und ich - und natürlich mein Hund Barolo, gegen dessen Mundgeruch das Aroma von grünem Pansen plötzlich wie Lavendel erschien.
Das Gespräch lief nicht schlecht, wir kamen schnell zur Sache. Im Eifer des Verhandelns wäre mir fast nicht aufgefallen, wie die Begleiterin des Entscheidungsträgers plötzlich ihre Nasenflügel aufzustellen begann, einen misstrauischen Blick zum Fenster warf, ob dort vielleicht ein Bauer seine Felder dünge oder etwas ähnlich Schlimmes. Aber kein Bauer. Kein Dünger. Der misstrauische Blick schweifte über die anwesenden Herren, vom Sonnengeflecht abwärts, und ich konnte die Gedanken sehen, die wie eine Denkblase über dem Kopf der jungen Frau standen, Gedanken, die etwas betrafen, was unter dem Tisch geschehen sein musste, und es war nur fair, dass sich plötzlich das hübsche Gesicht meines Hundes materialisierte, mit heraushängender Zunge, hechelhechel, ich war's.
Es kann sein, dass es unser Verhandlungsgeschick war, aber vielleicht hatte auch der grünen Pansen einen Anteil daran, dass das Gespräch nun zügig und zu unseren Gunsten zu Ende ging.

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