Der Traum vom Regen

Kolumnen / Kurier Freizeit
Ich liebe es, bei Regen einzuschlafen. Das Trommeln der Tropfen auf dem Dach, dahinter das elementare Rauschen des Regens: es gibt nichts Beruhigenderes.

Mein Hund Barolo denkt anders. Doch, er liebt den Regen. Er liebt das Wasser, er liebt die Nässe, er liebt es, im trommelnden Regen mitten im Garten zu liegen und sich die schwüle Hitze des Nachmittags aus dem Fell prügeln zu lassen, und daran wäre auch überhaupt nichts falsch, wenn er nicht just zu dem Zeitpunkt, zu dem ich mit dem Gesichtsausdruck des vollkommen mit sich und der Welt im Reinen befindlichen Dorftrottels hinüber gleite in das Reich der Schatten, das Haus betritt, um nachzusehen, ob es mir auch so gut geht wie ihm (was an meinem Gesichtsausdruck unschwer zu erkennen ist).
Ja, es geht mir gut. Zufrieden schüttelt sich der Barolo, und die Tatsache, dass er wirklich! lange! im prasselnden Regen ausgehalten hat, spiegelt sich im Volumen des Wassers, das er in seinem Fell gespeichert hat. In diesem Zustand ließe sich der Barolo völlig problemlos als Sprinkleranlage an ein Hochhaus verkaufen.
Ich aber träume von den Tropen. Ich träume von der kleinen Hütte am Strand von Bali, deren Dach nur aus ein paar Bananenblättern gefaltet wurde, die nun, im Trommeln des tropischen Regens, unter dem Gewicht des Wassers nachgeben, so dass sich der Regen über mich ergießt und ich hochschrecke aus dem heiligen Sommerschlaf Balis. Aber ich sehe keinen Strand. Ich sehe meinen Hund Barolo. Und ich höre, wie er mir grinsend mitteilt: „Wenn du schläfst, Alter, schaust du aus wie ein Dorftrottel..."

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