Der strenge Ton von Cordoba

Kolumnen / Kurier Freizeit
Bei der Präsentation des Buches „Cordoba" von Rupert Henning, Florian Scheuba und Gerhard Haderer sprach mich eine Dame an, der Ton war streng. Sie habe mir, sagte sie, vor geraumer Zeit geschrieben, aber ich habe nicht geantwortet. Das habe sie ein wenig enttäuscht.

Ich möchte also die Gelegenheit nützen, mich bei der Dame von der Cordoba-Präsentation ganz herzlich zu entschuldigen - und bevor jetzt der allgemeine Unmut ausbricht, entschuldige ich mich auch bei allen anderen Leserinnen und Lesern, deren Post ich genieße, jedoch schweigend zur Kenntnis nehme. Es gehört sich nicht. Ich weiß es. Ich will es nicht mehr tun, und wenn ich es doch tue, dann habe ich wenigstens ein mörderisch schlechtes Gewissen.
Die Dame erzählte mir dann trotzdem ihre Story. Ihr long time companion, 17 Jahre alt, habe sich im Jänner in die ewigen Jagdgründe verkrümelt, und noch immer sitze ihr der Abschiedsschmerz auf der Schulter. Die Anschaffung eines neuen Hundes jedoch verbiete sich zur Zeit - aus Respekt vor dem Vorgänger, und ich muss ehrlich zugeben, dass ich froh war, als just zu dem Zeitpunkt, als ich über die Dreizehnjährigkeit meines Hundes Barolo nachzudenken begann, die Lesung begann und Scheuba/Henning/Haderer auf der Bühne ein kleines Gewitter von preussisch-hütteldorferischen Pointen abzogen, zum Beispiel die Rede des Nationalpopulisten H. C. Oberwarter, der sich mit allen Mitteln gegen die Germanisierung Österreichs stemmt, zuletzt mit dem Slogan „Frankfurter ja, Schweinfurter nein!"
Sehr witzig, sehr tröstlich, sehr empfehlenswert, finden mein Hund Barolo und ich.

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