Der schwarze Kampfhund

Kolumnen
Mein Hund Barolo und ich gehen durch die Stadt, wie wir es oft tun. Der Hund streng an der Leine, gern streift er den Häusern entlang. Zwischendurch bleibt er abrupt stehen, weil irgendwas besonders gut riecht oder ein alter Fetzen Pizza daliegt oder irgendwo hingepischt werden muss, und noch immer bringt mich dieses abrupte Stehenbleiben aus der Balance, ich torkle, wenn der Hund mit seinen 35 Kilo plötzlich an der Leine zieht. Das sind die Momente, wo die Mütter ihre Kinder an der Hand nehmen und mit starrem Unterkiefer die Straßenseite wechseln, ein schwarzer Kampfhund und ein besoffenes Herrl, bloß nicht anstreifen .

An manchen Tagen aber geschieht genau das Gegenteil. Wir spazieren in harmonischem Rhythmus durch die Straßen, das Fell des Hundes glänzt, die Menschen sprechen uns an. Ob das ein Hovawart sei, aha, was, schon so alt, bald zwölf Jahre, hätte man nie vermutet. Ob man ihn streicheln dürfe. So ein weiches Fell. Weil, früher, da habe man auch einen Hund gehabt, jetzt geht es ja leider nicht mehr, obwohl, vielleicht, man soll nie nie sagen. Und, nur dass Sie's wissen, der Nachbar hat auch einen Hovawart gehabt, der ist vierzehn geworden. Wiederschaun, und viel Freude noch mit ihrem Hund.
Es sind die Tage, an denen ich mich frage, was mir die Leute sagen werden, wenn ich einmal ohne Hund durch die Stadt gehe: Warum bleibst du dauernd stehen, Depperter? Schaust eh noch ganz passabel aus, dir bleiben bestimmt noch zehn Jahre vor dem Pflegeheim, ich kenn einen, der hat's ganz ohne Betablocker hingekriegt, war allerdings ein Weiberl...

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