Der Hofrat

Kolumnen / Kurier Freizeit
Als mein Hund Barolo und ich mittags Auslauf suchten, kam uns am Parkrand ein Paar in den besten Jahren entgegen. Die beiden waren gut aufgelegt, ich würde sogar sagen: bester Laune, und sie trugen eine Wolke kräftigen Gasthausgeruchs im Haar. Ich habe ein Näschen für Gasthausgeruch, und ich konnte mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die beiden bloß ein schnelles Mittagessen eingenommen hatten.



„Was-ist-denn-das-für-einer-so-ein-süsser", sagte die Frau, als sie zuerst mich, dann aber sehr schnell meinen Hund angeschaut hatte, und ihr Partner unterstützte die Frage? Feststellung? mit schwerem Zungenschnalzen.
Ich sagte nichts. Ich wollte vermeiden, dass der Barolo sich über den unrhythmischen Gang des Paars ärgert und zu keppeln beginnt.
„Was ist denn das für einer?", fragte die Frau jetzt sachlicher und dringlicher und antwortete gleichzeitig, zum anderen gewandt, dass mein Hund bestimmt ein Labrador sei und der Kurtl hat auch so einen gehabt, bis er an Leberkrebs gestorben ist, und ich wusste nicht, ob der Kurtl oder dem Kurtl sein Labrador gestorben war, dafür wusste ich ganz bestimmt, dass mein Hund kein Labrador, sondern ein Hovawart ist und das sagte ich auch.
„Ein was...?", fragte der Zungenschlag. Hovawart, dass hatte er noch nie gehört. Labrador, Labrador schon, weil nämlich der Kurtl...
Plötzlich hellte sich sein Gesicht auf: „Ein Hofrat", rief er seiner Partnerin ins Ohr, begeistert über die kakanische Auflösung des kynologischen Rätsels, „ein Hooofrat....na sowas."
Dann schaute er mich plötzlich misstrauisch an. „Stimmt des wirklich?"
„Ja", sagte ich. „Das stimmt wirklich."

3 Comments

also ich kann mich noch erinnern, wie ich mit meinem hovawartmischling mal auf den roten berg ging und mir eine (hundelose) junge frau mit kind (ca 4-5 jahre alt) entgegenkam. "barry" war immer eine seele von hund und kinder konnten ihn schon mal kräftig kuffen, da war also keine gefahr. wie nicht anders erwartet hatte das kind auch schon wenige sekunden später den hund umarmt, gedrückt und gewuschelt.
nach einiger zeit wollte die junge dame los und nahm das kind an der hand. Da kam dessen Meldung: "Das ist aber ein Suppenhund!". leicht verwundert fragte ich nach, "ein SUPPENHUND ?", dann war mir klar, es hätte SUPERhund heissen sollen :) , seit diesem tag ist jeder liebe hund für mich ein SUPPENhund .

Ich habe ebenfalls einen hovawart und bei jedem spaziergang werde ich gefragt, was das denn für einer sei. Mittlerweile hab ich die antwort "ein hovawart" durch "kennen sie nicht" ersetzt. wenn die leute dann entrüstet meinen, sie würden sich doch mit hunden auskennen, kann ichs fast nicht mehr erwarten, bis ich dann doch sag, dass es ein hovawart ist. "hovaWAS?" ................ sagte ich doch... kennen sie nicht.

auch traf einmal ein sehr gut aufgelegtes Paar am Rand des Böhmischen Praters. Den beiden voran an gespannter Leine ging bedächtig und blindenhundsicher ein schöner und sehr großer Fünfsortenmischling. Als der Mischling meinen Mischling sah spannte sich die Leine noch einmal mehr.
"Fritzi, pass auf" sagte die Frau mit beschwerter Zunge. " Oba wos" lallte Fritzi zurück " de wolln jo nur spüüüün " Das "Spüüüün" war so langgestreckt wie der Fitzi, der nach ein paar Ausfallschritten lang ausgestreckt auf dem Bauch landete, weil er die Leine des spielen wollenden Fünfsortenmischlings nicht auslassen hat, und so die Erde küsste.Dann liess er sie endlich aus, die Hunde drehten ihre Runden und Fritzis Frau schrie spitz: " Fritzi, da Hund.... "

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