Der Ausflug

Kolumnen / Kurier Freizeit
Mein Hund Barolo kehrte von einem Erholungsausflug zurück und war schön wie nie zuvor. Sein Fell war gebürstet, es glänzte wie die untergehende Sonne im Meer, die Haare zwischen den Zehen waren geschnitten und es gab keine Aufmerksamkeit, die dem Tier nicht widerfahren war - der Barolo kam mir auch um die Leibesmitte ein bisschen energischer vor als zuletzt, aber vielleicht schloss ich ja bloß von mir auf andere. 

Als der Hund die heimatliche Schwelle übertrat, freute er sich wie gewöhnlich wie von Sinnen. Aber mir kam vor, dass er die Ecke, wo sein Napf steht, ein bisschen weniger von Sinnen wie sonst üblich beschnupperte, und den dicken Sack mit dem teuren Hundefutter für Senioren ignorierte er überhaupt.
Normalerweise ist mein Hund mit dicken Säcken stark befreundet. Aber selbst, als ich ihm als Willkommensgruß ein kleines Schälchen mit kräftig duftender Kost in seinen Napf rieseln ließ, zuckte er bloß mit den Schultern und sah mich fragend an. „Was", fragte der Blick, „soll ich mit diesen Kügelchen anfangen? Ich bin keine Katze. Ich spiele nicht mit Murmeln."
Der Barolo widerstand, auch als ich ihm etwas später den Napf bis auf Abendessenniveau anfüllt und die Kügelchen mit etwas Olivenöl besprengte, dafür zeigt sich mein Hund nämlich recht empfänglich. Er berührte aber bloß die Olivenölspritzer mit der Spitze seiner langen, rosa Zunge, dann seufzte er, ließ sich auf den Bauch fallen und träumte derart aufdringlich von seiner Vertreibung aus dem Paradies, dass ich sauer ins Bett ging.
In der Früh lag der Hund am selben Platz, wo ich ihn abends zurückgelassen hatte. Nur der Napf war leer. Der Barolo war wieder zuhause. 

1 Comment

huhu, Barolo,
warst du beim Friseur ? Das habe ich noch nie erlebt. Aber ich habe Freunde die immer zum Friseur müssen. Zum Beispiel Orpheus und Euridike, zwei Afganen, die dürfen nie mit mir spielen, weil sie immer frisch geföhnt sind. Arme Hunde.Sich im Feld wutzeln , das erlaubt ihr Frauchen nicht. Da bin ich schon lieber ein Schnauzpudelcollie, bei dem es wurscht ist, wie dreckig er ist. Naja, mein Frauchen kann auch fluchen, wenn ich es zu bunt treibe, das heisst zu erdig. Aber einmal möchte ich auch zum Pudelscherer, ich möchte gerne sehen, was aus mir zu machen ist. Wenn Frauchen mich in die Badewanne stellt und duscht, oje, das mag ich nicht so gerne. Sie ist dann auch immer halb gebadet und zu Fleiss schüttle ich das ganze Wasser im Vorzimmer ab, noch bevor sie mich trocknen kann. Aber nix fressen wegen beleidigt sein, so stark bin ich nicht. Da bewundere ich dich, wie für deine Würde. Manchmal aber fresse ich auch nix, zum Beispiel wenn Frauchen ein leckeres Fleisch brät und mir das Trockenfutter vorsetzt. Dann bleibe ich stur und fresse nix, bis ich etwas ab bekomme. Wie machst du das?
Alles Gute wünscht dir Maya

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