Das Tüpfchen auf dem i

Kolumnen / Kurier Freizeit
 Als der Sommer kam, lag ich im Garten auf der Wiese und starrte in den Himmel. Der Himmel war schwarz, es war warm: die Wärme war von jener Qualität, die sanft und füllig, aber noch nicht feucht genug ist, um ins Schwüle zu kippen. Nach und nach traten einzelne Sterne hervor. Ich sah dabei zu, wie sie heller wurden, sich zu einem gemeinschaftlichen Schimmer verbündeten, und dazu hörte ich nur das Rauschen des warmen Windes in der Krone des Nussbaums, während ich darüber nachdachte, welche Musik jetzt passend wäre. 

Anouar Brahems „Le Voyage de Sahar" ist nie falsch. Die Musik erzeugt so intensive Stimmung, dass ihre einzelnen Stimmen, ihre einzelnen Melodielinien hinter den Klang zurücktreten, und dieser Klang transportiert das Gefühl von Hitze und Weite und träumerischer Aufgehobenheit.
Aber auch „Rome" von Danger Mouse & Daniele Luppi ist ein Kandidat. Der Sound dieses großartigen Albums befördert das Klima der Spaghetti-Western, denen Ennio Morricone den Klang verliehen hat, und übersetzt sie schwebend und mit den Stimmen von Jack White und Norah Jones in die Gegenwart, ganz intensiv, sehr berührend...
Ich starrte in den Himmel und hörte Musik, die ich gar nicht hörte. Plötzlich spürte ich an meinem rechten Unterarm etwas Warmes, Feuchtes, und ich fühlte mich im Kokon dieser Nacht viel zu aufgehoben, um erschrocken zu sein, und warum hätte ich auch erschrecken sollen, es war doch nur die Zunge meines Hundes Barolo, der die Schönheit des Augenblicks genauso auskosten wollte wie ich und daher meinem Unterarm eine freundliche, freundschaftliche Bussiwäsche verabreichte, es war das Tüpfchen auf dem i.

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