Brief an den Winter

Kolumnen
Zu Handen Herrn Winter: Mein Hund Barolo und ich gehen gerne auf dem gefrorenen Boden im Prater spazieren, wir probierten sogar das Eis auf dem Neusiedlersee aus, was für mich ein fantastisches, für meinen Hund Barolo ein traumatisches Erlebnis war: irgendwann, nachdem er mich - ich auf meinen neuen Schlittschuhen aus dem Jahr 1976 - aus dem Hafen von Rust gezerrt hatte, blickte sich der Hund um, blieb augenblicklich stehen und begann am ganzen Körper zu zittern. 

Er begriff, dass er sich auf offener See, er begriff nicht, dass er sich dennoch in Sicherheit befand, wir mussten umkehren. Mein Hund sah hochzufrieden vom sicheren Land aus wie ich allein ins paradiesische Licht zwischen Rust und Mörbisch entschwand, um mit einem frohen Herzen zurückzukehren und ihm die Geschichte des schwarzen Retrievers zu erzählen, der eingebrochen war, sich wohl retten konnte, aber allen einen ziemlichen Schreck eingejagt hatte.
Ich sags ja, sagte der Barolo.
Lieber Winter, wenn's dich nicht gibt, ist es übrigens auch schön. Der Dauerspätherbst der letzten Januare und Februare war ein Vergnügen, kein Halsweh, keine kalten Füsse - und nicht dieser furchtbare Dreck in den Fugen der Vibramsohlen, weil alles gatschig ist, nass und scheußlich nach den paar Stunden Schnee, der sich gerade in einen glibberigen Film verwandelt.
Entweder, oder! Mit dem depperten Wickelwackelwinterwetter kannst du uns bitte in Ruhe lassen. Ich meine: mein Hund Barolo hat sich extra ganz schicke Hansi Hinterseer-Schuhe wachsen lassen, um im Prater einen schlanken Fuß zu machen (Fotos im Web), und was machst du? Hansi Hinterseer im Gatsch von Woodstock, der hat doch wirklich nichts verloren bei denen.

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