Ich besuchte mit meinem Hund Barolo das Büro eines Freundes, und der Hund fühlte sich, sobald ich ihn von der Leine gelassen hatte, ganz wie zu Hause. Zuerst wollte er wissen, wie der Chef riecht. Das brachte er mit quälender Ausführlichkeit in Erfahrung. Dann begann er sich um das Mobiliar zu kümmern. Er vermerkte positiv die Anwesenheit eines Springbocks aus Leder, die Robustheit des Geräts sagte ihm zu. Anschließend vertiefte sich mein Hund in den einen oder anderen Mistkübel, und dass ich ihm nicht gestattete, die herausgefischten Papierln in quadratzentimetergroße Stücke zu zerlegen, nahm er mir übel. Von schlechter Laune angekränkelt, keifte der Barolo einen Mitarbeiter an, der freundlich ins Zimmer kam, um eine Essensbestellung entgegenzunehmen, hierauf jedoch lieber ging, als er gekommen war.
Natürlich schämte ich mich, und natürlich tadelte ich den Hund: „Stell dir einmal vor, ich würde mich so benehmen!"
Der Barolo stellte sich vor: ich gehe in ein fremdes Büro; setze mich auf den neuen Vitra-Stuhl des Geschäftsleiters, mustere anerkennend das Foto seiner Frau, das auf dem Schreibtisch steht und suche anschließend im daneben liegenden Handy nach ihrer Telefonnummer; dann werfe ich einen Blick in die Unterschriftenmappe, mache mir ein Bild von der Dichte des Emailverkehrs und von der Höhe der verrechneten Honorare; ausreichend informiert, mache ich eine Runde durch die Büros der Angestellten, schnappe mir von einem Schreibtisch den „Standard", von einem anderen einen Smoothie; und wenn mich einer anredet, keppel ich schwach zurück. Wie fändest du das, Barolo?
Der Barolo lässt die Lippe hängen: „Wie schon? Normal."
Der Barolo stellte sich vor: ich gehe in ein fremdes Büro; setze mich auf den neuen Vitra-Stuhl des Geschäftsleiters, mustere anerkennend das Foto seiner Frau, das auf dem Schreibtisch steht und suche anschließend im daneben liegenden Handy nach ihrer Telefonnummer; dann werfe ich einen Blick in die Unterschriftenmappe, mache mir ein Bild von der Dichte des Emailverkehrs und von der Höhe der verrechneten Honorare; ausreichend informiert, mache ich eine Runde durch die Büros der Angestellten, schnappe mir von einem Schreibtisch den „Standard", von einem anderen einen Smoothie; und wenn mich einer anredet, keppel ich schwach zurück. Wie fändest du das, Barolo?
Der Barolo lässt die Lippe hängen: „Wie schon? Normal."
