Oktober 2010

Der erste Barolo?

Kolumnen Kurier Freizeit • 30. Oktober 2010
Als ich zuletzt mit meinem Hund Barolo einem Freund im Burgenland einen Besuch abstattete, fragte mich dessen Tochter mit großartiger Offenheit: „Das ist aber nicht dein erster Barolo? Der von damals?"
Damals, das war, als die Tochter, 19, sechs Jahre alt war und zum ersten Mal meinem Schwarzen in die Augen schaute. Damals war der Barolo noch etwas ungestümer als heute, ich nehme also an, dass die Tochter auch mit seiner langen rosa Zunge Bekanntschaft gemacht hat. Eingebrannt in ihre Erinnerung hat sich jedoch die Verbindung von Kindheit und einem schwarzen Hund, und die Tatsache, dass sich die Kindheit inzwischen in eine vergnügte Jugend verwandelt hat, duldet nicht die Vorstellung, dass der Hund, der gerade die Küche kontrolliert, derselbe geblieben sein soll.

Der Hydrant

Kolumnen Kurier Freizeit • 23. Oktober 2010
Manchmal wäre das Leben enttäuschend, wenn man alles scharf sehen würde. Das ist keine Einladung an die Kurzsichtigen unter Euch, die Brillen abzusetzen und den Tag impressionistisch anzugehen, es beschreibt jedoch die Sinneswelt meines Hundes Barolo, wenn er die Hundewiese überquert, plötzlich zusammenzuckt, die Haare sträubt und seinen Blick auf einen Hydranten richtet. Der Hydrant ist für das Zurückstarren natürlich sehr begabt, es ist dann mein Hund Barolo, der sich einen Ruck gibt und auf den vermeintlichen Rivalen zuschleicht, entschlossen witternd, und wenn er dann altes, angepinkeltes Gusseisen wittert, entspannt sich der Hund sichtlich, schnuppert ein bisschen am Hydranten, lässt die Ohren fallen und pischt den Hydranten zu guter Letzt selbst ein bisschen an.

"Feia"

Kolumnen Kurier Freizeit • 15. Oktober 2010
Eine außergewöhnliche Sternenkonstellation (oder so ähnlich), machte es notwendig, dass mein Hund Barolo an dem Abend, als ich ein Überraschungskonzert des Ostbahn-Kurti besuchte, Gesellschaft von einer jungen Frau bekam, die in unserer Küche für eine Prüfung auf der Uni lernte. 
Es ist ein Rätsel. Wenn ich zum Beispiel in der Küche stehe und Kürbissuppe koche, bleibt mein Hund Barolo völlig entspannt. Ich kenne mich inzwischen aus mit Kürbissuppe -  wobei ich ein echter Kürbissuppenkonvertit bin, denn bis ich das Geheimnis des richtigen Gemüsefonds kannte, mit dem man Kürbissuppe anrühren muss, damit sie Kraft und Glanz bekommt, hielt ich Kürbissuppe für so fad wie eine Liveplatte von Jan Garbarek - aber dann bekam ich das Rezept des Gemüsefonds vom Dolder-Restaurant in Zürich, und seither kann ich jedes vegetarische Gericht mit echter Substanz aufpeppen. Sogar mein Hund, der die faden Schwaden des Kürbisaromas sonst nicht einmal ignoriert, hebt die Augenbraue, wenn ich in großen Pötten meinen neuen Lieblingsfonds anrühre.

DER Gemüsefonds.
1,1 kg Tomaten
0,4 kg Shitake
0,25kg Champignons
0,33 kg Staudensellerie
0,3 kg Gemüsezwiebeln(Frühlingszwiebeln)
0,3 kg Knollensellerie
2 Stk. Knoblauchzehen
15g Blattsellerie
4g Thymian
5 Stk Lorbeerblätter
3 Liter Wasser
25g Meersalz grob
Alle Zutaten in einen großen Topf geben, aufkochen, dann 40 Minuten ziehen lassen. Durch ein Sieb abgießen und in Portionen abfüllen und nach Bedarf einfrieren. Der Fonds ist kräftig und geschmackvoll, er ergänzt Gemüsegerichte um eine frische, substantielle Note und ist ideal, um rein vegetarisches Risotto zu kochen.

Innere Kampfkunst

Kolumnen Kurier Freizeit • 1. Oktober 2010
Der Mann stand mitten im Stadtpark. Er strahlte große Ruhe aus, obwohl er nicht still stand. Er bewegte sich. Er trug einen weißen, weiten Baumwollanzug und ließ eine Welle der Kraft und der Bewegung durch seinen Körper fließen. Er praktizierte die chinesische Kunst des Schattenboxens, Tai Chi.

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