Oktober 2009

The Rat Pack

Kolumnen Kurier Freizeit • 31. Oktober 2009
Mein Hund Barolo und ich gingen nach einem ausgiebigen Abendessen zufrieden durch die Wiener Innenstadt nach Hause, und weil uns der Heimweg vorbei am ehemaligen Bahnhof „Wien Mitte" führt, wo inzwischen nur noch das Skelett des Terminals der Flughafenbahn steht und der Aufzug, der die Fahrgäste vom Erdgeschoss hinunter in die Schächte der U- und S-Bahn transportiert, begegneten wir zum ersten Mal einer eindrucksvollen Population von Nachtschwärmern, die sich um die gewaltige Baugrube von „Wien Mitte" tummelt. Grau, fett, jeder einzelne so groß wie der Turnschuh eines amerikanischen Basketballers: unzählige Ratten huschten durch die Containersiedlung, in der tagsüber Zeitungen und Blumen, Fahrkarten und kleine Imbisse verkauft werden.
Der Prater, eine Schicksalslandschaft. Mein Hund Barolo und ich erobern uns täglich ein Stück dazu, zuletzt auf der Golfplatzrunde hinter dem Lusthaus, wo es dann als Extra Bonus hinaus zum Wiener Hafen ging, den wir beherzt hinter uns ließen und auf den Donaukanalspitz zumarschierten, links der Hafen mit seinen Containerlandschaften, rechts der Donaukanal, an dessen Böschung die wunderbaren Sommerfrische-Häuser mit ihren großen Netzen sitzen, die uns nicht verraten wollen, in welcher Zeit wir uns gerade befinden, und nur die Bierkisten mit dem renovierten Ottakringer-Logo geben Auskunft darüber, dass mein Hund und ich im Hier und Jetzt spazieren gehen und nicht zur Zeit, als „Der dritte Mann" gedreht wurde.
Als wir zuletzt einen Ausflug nach Tirol machten, Unterland, Walchsee, ein herrliches Moorgebiet, wurden wir am Talboden Zeugen eines einmaligen Schauspiels, und wenn nicht einmalig, dann wenigstens außergewöhnlich: Hauptdarsteller waren der Setter Jolly, der so aussah, als hätte seine Großmama einmal ein Techtelmechtel mit einem Dalmatiner gehabt, und der anonyme, schwarz-weiße Kater, der am Fuß eines abgeernteten Apfelbaums die Herbstsonne genoss.

Zuerst das Gute

Kolumnen Kurier Freizeit • 12. Oktober 2009
Die Art und Weise, wie mein Hund Barolo sein Futter zu sich nimmt, ist philosophisch wertvoll. Er frisst zuerst das Gute, dann den Rest: Wenn er zum Beispiel Trockenfutter bekommt, in das eine ordentliche Portion Frischfleisch hineingemengt wurde, fällt der Hund über das Frischfleisch her und lässt das Trockenfutter übrig. Mit hochgezogenen Lippen und erstaunlicher Finesse stochert er die Leckerbissen aus dem Napf, den Rest lässt er stehen.
Während mein Hund Barolo seinem geregelten Alltag in und um Wien herum nachgeht, schreibe ich ihm diese Postkarte aus Rovinj.

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