Oktober 2008

Das Wundermittel

Kolumnen • 30. Oktober 2008
Wenn dich mein Hund Barolo mag, was leicht geschehen kann, weil das Mögen von Menschen auf seine alten Tage zu einem noch intensiver praktizierten Hobby wird als früher, als er seinen Freunden noch auf den Hinterbeinen entgegenkam, um sie mit einem feuchten Kuss ins Gesicht zu empfangen, dann wird es unumgänglich sein, dass der Hund, mit durchgestrecktem Rücken vor dir sitzend, deinen Blick sucht, vielleicht deine Hand mit seiner rosa Zunge benetzt, Töne von sich gibt, die er von seiner Freundin, der Grille, gelernt hat, bis es schließlich zum Augenblick der Wahrheit kommt: mein Hund atmet aus, und in dein Gesicht tritt ein Schatten der Besorgnis, der Irritation, du denkst angestrengt darüber nach, was in diesem Fall die richtige Formulierung wäre, um den Zustand zu beschreiben, ohne unhöflich zu werden, aber ich komme dir zu Hilfe, ich nenne das Kind beim Namen, ich steche mit der Nadel in die Themenwolke: Stinkt. Der Hund stinkt.

Mein Hund, der Wolf

Kolumnen • 22. Oktober 2008
Mein Hund Barolo erinnert, wenn wir über die Hundewiese dackeln, gern daran, dass er vom Wolf abstammt. Der Wolf, ihr wisst, dieses graue, hundeähnliche Wesen, das im Osten Deutschlands die ehrenwerte Aufgabe erfüllt, immer näher an die Ortschaften der Lausitz heranzurücken, um die dort beheimateten Neonazis in den Arsch zu beißen; so ein Wolf gibt mein Hund Barolo vor zu sein.

Die Höhe der Hinterkante

Kolumnen • 16. Oktober 2008
Mein Hund Barolo, gute elf Jahre alt, beschwert sich darüber, dass die Hinterkante des Kombis, mit dem er zu reisen pflegt, seit geraumer Zeit immer weiter vom Boden entfernt ist. Die Kante liege täglich ein paar Millimeter höher, auf den ersten Blick unmerklich, in Summe verhängnisvoll. So wie das Schmelzen der Gletscher, nur umgekehrt.
Ich verborge meinen Hund Barolo über ein Wochenende, weil sich das Wochenende einbildet, dass ich es irgendwo verbringen muss, wo mein Hund Barolo nicht ist. Also gut. Ich packe meinem Hund den Koffer. Ich poliere seine Schüssel. Ich kaufe Trockenfutter von der besseren Sorte, damit die Frau Gabriele, bei der mein Hund zu Besuch sein wird, nicht glaubt, das arme Vieh muss Geschmacksverstärker und Aromen fressen (- dabei, glaubt mir: mein Hund ist geradezu verrückt nach Geschmacksverstärkern).
Ein mit leiser Stimme gesegneter Freund der Familie behauptete, dass auch mein erwachsener, an den Lefzen bereits sichtbar ergrauender Hund Barolo noch etwas lernen könne, jederzeit.

Ich glaube das nicht: „Was denn zum Beispiel?"

Kann sein, dass der Tonfall meiner Frage Spuren von Hohn und Häme enthielt; das war der verlässlichen Vergeblichkeit geschuldet, auf die alle Versuche, meinem Hund unangenehme Eigenschaften abzugewöhnen, über die Jahre hinausgelaufen sind.

Tags

Archiv

Suche

About

Auf dieser Seite seht Ihr die letzten Barolo-Kolumnen aus dem Freizeit-Kurier.
Ihr hört die Songs, über die der Hund Barolo berichtet.
Ihr seht Bilder, auf denen der Hund zeigt, wo er sich gerne aufhält.
Und Ihr könnt ins Archiv hinuntersteigen und nach Geschichten suchen, die früher stattgefunden haben.
Die Seite ist neu, sozusagen im Probebetrieb. Sie wird mehr und mehr wachsen, Bilder und Töne zeigen, Tipps geben - und immer für eine Überraschung gut sein.