August 2008

Verbrachte ein paar schnelle Ferientage am Wörthersee. Wetter gut, Essen reichlich. In der Pension, wo ich untergebracht war, zwei Katzen. Schwarz. Anhänglich. Bestiegen meine Schenkel, wenn ich in meinem Buch blätterte. Schnurrten. Reizend. Zum ersten Mal darüber nachgedacht, dass auch Katzen möglicherweise mit mir das Haus teilen könnten.

Ein außerordentliches Buch ist erschienen, es stammt vom österreichischen Schriftsteller Michael Köhlmeier und heißt „Idylle mit ertrinkendem Hund". Das Buch ist schmal, die Geschichte kann an einem regnerischen Nachmittag gelesen werden oder an einem schlaflosen Abend, aber sie wird lange nachklingen: es ist Köhlmeier gelungen, die ganz großen Themen des Lebens zu berühren und zum Schwingen zu bringen. Er tut das im Zwiegespräch eines Schriftstellers, der unverkennbar Köhlmeier selbst ist, mit seinem Lektor, den sich Köhlmeier erfunden hat, und Gegenstand dieses Gesprächs sind der Abschied, die Ängste und was uns trotzdem weitergehen lässt.
Ich lag mit meinem Hund Barolo in einem Sandbunker. Der Sandbunker gewährte Schutz gegen den kräftigen Nordwind, der unverdrossen die nahe Küste attackierte, und wir lagen auf dem Rücken und betrachteten Wolken. Fürs Wolkenbetrachten - mein Hund sagt: Cloudspotting - ist Dänemark zweifellos die richtige Adresse. Über uns zogen dicke Plusterwolken in dynamischen Verfärbungen und mit gut definierter Muskelmasse, während ein paar Luftschichten tiefer kleine Fetzen von Schleierwolken für Unschärfe sorgten. Alles bewegte sich. Alles veränderte sich.

Der Märchenwald

Kolumnen • 14. August 2008
Kurz bevor es Schlafenszeit ist, wird mein Hund Barolo unruhig. Er drängt hinaus, er will durch weit geöffnete Nüstern den Duft des nicht mehr weit entfernten Herbstes einsaugen, und weil wir uns gerade im Norden Dänemarks befinden, hat er damit eine ganze Menge zu tun. Die Gewohnheiten, die er sich im mediterranen Umfeld des Weinviertels erworben hat - nachts in der Wiese liegend den Sternlein beim Funkeln zusehen und dem Konzert der Grillen oder, je nachdem, Mücken, lauschen - legt er auch hier nicht ab, wo wir ein schilfgedecktes Häuschen unweit der Küste bewohnen. An dessen Grundstück grenzt übrigens ein Wald wie kein zweiter: der Tisvilde Hegn wurde von smarten Förstern angelegt, um der drohenden Versandung des Küstenstreifens Einhalt zu gebieten. Die Wurzeln des Mischwalds bohrten sich durch meterhohen Sand in nährstoffreiche Tiefen, an der Oberfläche entstand das Bild eines Waldes: märchenhaft, freundlich, harmonisch im Wechsel von hell und dunkel. Der Barolo und ich haben diesen Wald mit Genuss benützt.

Endlich im Norden

Kolumnen • 7. August 2008
Mein Hund Barolo und das Meer, eine wechselhafte Geschichte. Ich erinnere mich sehr gut an den Dezembervormittag, als wir am Lido von Venedig spazieren gingen, und der Hund betrat das Wasser, von dem er nicht wusste, dass es der Ozean sei, mit heftiger Freude und dem Wunsch, es zu trinken. Das Gesicht, den wahrhaft sauertöpfischen Ausdruck, der die Erfahrung meines Hundes, dass Meerwasser salzig ist, begleitete, werde ich nie vergessen - und der Barolo übrigens auch nicht.

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